Jeanine

Abgeschlossenes Studium Weinwirtschaft / Geisenheim. Verkauf, Seminare, Buchhaltung, gute Seele. Trinkt genau so viel, dass sie uns alle noch nach Hause fahren kann.

Wenn alle Stricke reißen, werd ich Winzerin, das war immer klar…
Meine Kindheit und Jugend ist geprägt von Wein. Aufgewachsen im tiefsten Baden, umgeben von Reben, Mais und Apfelplantagen, haben wir Kinder uns im Herbst in die Weinberge gesetzt und uns den Bauch vollgeschlagen. Meine Lieblingstraube war klar der Muskateller.

Die Jugend war geprägt von „Weinfeschten“- was anderes gab es auch nicht. Start war immer das „Staufener Weinfescht“, hier ging ich auch zur Schule und kannte die meisten Leute, das Schlusslicht der Saison war das „Schneckefescht“ in Pfaffenweiler mit dem großen Vorteil, dass man immer im Kreis lief und so auch wirklich jeden traf und anstoßen konnte, was mit jeder Runde lustiger wurde. Schnecken in Knoblauchbutter gab es auch.

Der erste Rausch war (natürlich) mit „neuem Süßem“ und tat am nächsten Tag (natürlich) schrecklich weh…. Zu Hause durften wir auch mal nippen, meine Eltern waren der Meinung, lieber guten Wein in Maßen als schlechten in rauen Mengen. Guter Wein war natürlich badischer Wein, was anderes kam Ihnen nicht in Haus. Mein Vater hat vorsorglich auch Reben gepflanzt in der Hoffnung eine der drei Töchter würde Weinkönigin werden. Das hat (zum Glück) nicht geklappt, Winzerin bin ich auch nicht geworden, aber Weinhändlerin ist ja fast dasselbe. 

Mein Lieblingswein hier am Stand, ist, wie könnte es anders sein, der Grauburgunder von Frey aus Baden